Die älteste Studentenverbindung in Frankfurt am Main - gegr. 1902

Die Geschichte der Landsmannschaft Frankonia

Furchtlos und treu für Freiheit, Ehre, Freundschaft, Vaterland

Ein Abriss der Geschichte der Frankonia von 1902 - bis heute.
 
Im Jahre 1901 wurde in Frankfurt die "Akademie für Handels- und Sozialwissenschaften", eine Vorläuferin der heutigen Johann Wolfgang Goethe-Universität, eröffnet. Studenten der Akademie trafen sich bald außerhalb des Lehrbetriebs zu geselligen Abenden, und so entstand die "Vereinigung Studierender an der Akademie für Handels- und Sozialwissenschaften". Bald darauf schlossen sich unsere Bundesbrüder unter dem Namen "FRANCONIA" zu der ersten akademischen Verbindung Frankfurts zusammen. In Anlehnung an die Stadtfarben wählte man für den jungen Bund die Farben Rot-Weiß-Gold. Im Sommersemester 1907 wurde die erste Bestimmungsmensur gefochten. Erst 1909 gelang es mit Hilfe des Oberbürgermeisters Adickes, das Farbentragen in der Öffentlichkeit durchzusetzen.

Im Jahre 1907 beschloß man, sich an der Gründung eines Verbandes der Handelshochschul-Korporationen (des "Teutoburger-Deputierten-Convent") zu beteiligen. Als 1912 die Absicht bestand, die Akademie in eine Universität umzuwandeln, trat Franconia einem Universitätsverband bei.

Nach dem ersten Weltkrieg, der auch von Franconia seinen Tribut forderte, verschmolz sich die Verbindung mit der unter ganz ähnlichen Bedingungen in Köln entstandenen SALIA. Die Farben der neuen Verbindung setzten sich aus den Hauptfarben der beiden Bünde zusammen, wobei das Hellblau der Salia in die Mitte genommen wurde. Es entstand unser Rot-Hellblau-Gold. Wie bei Verschmelzungen üblich, wurde das Gründungsdatum der älteren Verbindung (Salia, 25.4.1902) übernommen.

Seit der Aufnahme in die Deutsche Landsmannschaft (1918) wurde, um Verwechslungen mit der älteren Franconia-Leipzig zu vermeiden, FRANKONIA mit "k" geschrieben.In den folgenden Jahren erlebte Frankonia einen ungeheuren Aufschwung. Es wurde ein eigenes Verbindungshaus gekauft und, als dies auch wieder zu klein geworden war, ein zweites, größeres, das uns jedoch in den Wirren des beginnenden "Dritten Reiches" wieder genommen wurde.Als im September 1933 die Schließung der Frankfurter Universität drohte, übersiedelte Frankonia nach Marburg und verschmolz dort mit der eng befreundeten Landsmannschaft NIBELUNGIA. Im Jahr 1936 wurde dann aber auch dieser Bund, wie alle Korporationen, durch das Regime zwangsaufgelöst.Nach dem Krieg war es sehr schwer, sich wieder zu sammeln; es brauchte vier Jahre, ehe man wieder an einen Neubeginn denken konnte. In einem Schreiben an den, in ähnlicher Form, wieder erstandenen Kreis der alten Nibelungen bat man um Rückgabe der Frankenfahne.Durch den glücklichen Umstand, im freien Teil unseres Vaterlandes wieder ein Bundesleben aufbauen zu können, war es Frankonia möglich, einer heimatlos gewordenen mitteldeutschen Verbindung, der Landsmannschaft AFRANIA-Leipzig, Obdach zu gewähren.Im Jahre 1957 konnte dann das neue Frankenhaus in der Loënstraße bezogen werden. Es zeigte sich, daß die Korporationsidee keineswegs überlebt war und in den folgenden Jahren fanden viele Studenten zu unserem Bund und bilden heute die Basis für ein vielseitiges und frohes Bundesleben, wobei dem Attribut "gesellig" nach wie vor besondere Bedeutung zukommt.